Das Projekt "Leonardo" an der RWTH Aachen

Kurze Projekt-Geschichte

Im Herbst 2008 wurde auf Initiative des Senats und seines langjährigen Vorsitzenden Prof. Dr. Max Kerner das Projekt "Leonardo" ins Leben gerufen. Nach einer erfolgreichen Probephase von rund zwei Jahren sollte dieses Projekt an der RWTH Aachen weiter ausgebaut werden. "Leonardo" war daher ab dem Wintersemester 2010/11 zunächst institutionell und organisatorisch der VDI-Professur für Zukunftsforschung am Institut für Politische Wissenschaft (IPW) zugeordnet. Im Wintersemester 2013/14 übernahm Prof. Dr. Richter vom IPW als Rektoratsbeauftragter die Verantwortung für das Projekt. Die Geschäftsführung hat seit dem Wintersemester 2016/17 Dr. Felix Kampel inne.

 

Der Senat der RWTH Aachen hat für die weitere inhaltliche Ausgestaltung des Studienkonzeptes einen Beirat gebildet. Neben Prof. Dr. Richter, Prof. Dr. Max Kerner, Dr. Felix Kampel sowie dem Vorsitzenden des AStA, gehören dem Beirat diejenigen Professorinnen und Professoren an, die sich bisher aus den verschiedenen Fakultäten im Projekt "Leonardo" mit eigenen Modulen engagiert haben.

 

Was ist ein "Leonardo"-Modul?
Ein zentrales Kennzeichen der "Leonardo"-Module besteht darin, dass – üblicherweise zwei – Dozenten aus den unterschiedlichen Wissenschaftskulturen ein sog. Lehrmodul anbieten, das auf eine gesellschaftliche Herausforderung fokussiert ist und sich prinzipiell an Studierende aller Fakultäten richtet. Unsere Lehrenden kommen aus den Natur- und Ingenieurwissenschaften, der Medizin, den Kultur- und Geisteswissenschaften sowie den Wirtschafts- und Gesellschafts-wissenschaften. Bisher wurden Module angeboten beispielsweise zu den Themen: Energie, Klimawandel, Weltbevölkerung und -gesundheit, Flucht und Migration, Dialog der Kulturen, Organersatz.

 

Ziele des "Leonardo"-Projekts

Jenseits der Fachbereichsgrenzen sollen die Studierenden im Projekt "Leonardo" durch die gemeinsame, interdisziplinäre Arbeit nicht nur die unterschiedlichen Denkweisen und Ansätze verschiedener Disziplinen kennenlernen. Darüber hinaus sollen sie auch mit Kommilitoninnen und Kommilitonen anderer Fachbereiche und Studienrichtungen der RWTH Aachen ins Gespräch kommen und auf diese Weise ganz konkret die "universitas" in ihrer ursprünglichen Bedeutung als wissenschaftliche Gemeinschaft erfahren.

 

Warum der Name Projekt "Leonardo"?
Der Name des Projekts erinnert an den großen Künstler, Naturforscher und Techniker Leonardo da Vinci, dem Universalgenie der Renaissance, verweist aber zugleich auf den Philosophen Jürgen Mittelstraß, der den Begriff der "Leonardo-Welt" geprägt hat. Dieser Begriff charakterisiert unsere Gegenwart als Verbindung von theoretischem Wissen und technischem Können. So sieht sich die Leonardo-Welt mit besonderen Herausforderungen konfrontiert, denen nur im Verbund der unterschiedlichen Herangehens-weisen und Disziplinen der Natur- und Ingenieur-, Geistes- und Sozialwissenschaften begegnet werden kann.

In ihrem Zukunftskonzept "RWTH 2020 – Meeting Global Challenges" hat sich die RWTH genau diese Aufgabe gestellt – das Projekt Leonardo versteht sich dabei als ein Baustein. Es bildet auch einen Bestandteil des im Wettbewerb "exzellente Lehre" geförderten Zukunftskonzepts der RWTH Aachen, "Studierende im Zentrum der Exzellenz".

 

Die "Leonardo"-Lecture
Ein weiteres Element im Projekt "Leonardo" ist ein jährlich stattfindender öffentlicher Vortrag – eine "Leonardo"-Lecture, in der eine herausragende Persönlichkeit eine gesellschaftliche Herausforderung in ihren weiteren Zusammenhängen thematisiert. Seit 2014 steht die Leonardo-Lecture unter der Schirmherrschaft des Rektors der RWTH Aachen.

 

Bisherige Gäste:

 

2017 - Prof. Dr. Timothy Garton Ash (Träger des Karlspreises 2017)

2016 - Prof. Dr. Dr. Udo Di Fabio, Bundesverfassungsrichter a. D.

2015 - Prof. Dr. Norbert Lammert, Präsident des Deutschen Bundestages

2014 - Prof. Timothy Garton Ash (wegen Krankheit entfallen)

2013 - Prof. Dr. Volkwin Marg (Architekturbüro Gerkan, Marg und Partner)

2012 - Wolfgang Günter Lerch (Frankfurter Allgemeine Zeitung)

2011 - Prof. Dr. Fritz Vahrenholt, Senator a. D.

 

 

 

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