Das Projekt "Leonardo" an der RWTH Aachen

Was ist ein "Leonardo"-Modul?
Ein Kennzeichen der Leonardo-Lehrveranstaltungsreihe besteht darin, dass – üblicherweise zwei – Dozenten aus den unter-schiedlichen Wissenschaftskulturen ein sog. Lehrmodul anbieten, das auf eine gesellschaftliche Herausforderung fokussiert ist und sich prinzipiell an Studierende aller Fakultäten richtet. Unsere Lehrenden kommen aus den Natur- und Ingenieurwissenschaften, der Medizin, den Kultur- und Geisteswissenschaften sowie den Wirtschafts- und Gesellschafts-wissenschaften. In den vergangenen Semestern wurden Module angeboten zu Fragen und Problemen der Energie, des Klimawandels, der Weltbevölkerung und -gesundheit, zu Flucht und Migration sowie dem Dialog der Kulturen.

 

Kurze Projekt-Geschichte

Im Herbst 2008 wurde auf Initiative des Senats und seines langjährigen Vorsitzenden Prof. Dr. Max Kerner das Projekt "Leonardo" ins Leben gerufen. Nach einer erfolgreichen Probephase soll dieses Projekt an der RWTH Aachen weiter ausgebaut werden. Ab dem Wintersemester 2010/11 war das Projekt Leonardo institutionell und organisatorisch der VDI-Professur für Zukunftsforschung am Institut für Politische Wissenschaft zugeordnet. Seit dem WS 2013/14 trägt Prof. Dr. Richter als Rektoratsbeauftragter die Verantwortung für das Projekt. Der Senat der RWTH Aachen hat für die weitere inhaltliche Ausgestaltung des Studienkonzeptes einen Beirat gebildet, dem neben je einem Vertreter der wissenschaftlichen Mitarbeiter und der Studierenden jene Professorinnen und Professoren angehören, die sich bisher aus den verschiedenen Fakultäten im Projekt Leonardo engagiert haben.

 

Ziele des "Leonardo"-Projekts

Jenseits der Fachbereichsgrenzen sollen die Studierenden im Projekt "Leonardo" durch die gemeinsame, interdisziplinäre Arbeit nicht nur die unterschiedlichen Denkweisen und Ansätze verschiedener Disziplinen kennenlernen. Darüber hinaus sollen sie auch mit Kommilitoninnen und Kommilitonen anderer Fachbereiche und Studienrichtungen der RWTH Aachen ins Gespräch kommen und auf diese Weise ganz konkret die "universitas" in ihrer ursprünglichen Bedeutung als wissenschaftliche Gemeinschaft erfahren.

 

Warum der Name Projekt "Leonardo"?
Der Name des Projekts erinnert an den großen Künstler, Naturforscher und Techniker Leonardo da Vinci, dem Universalgenie der Renaissance, verweist aber zugleich auf den Philosophen Jürgen Mittelstraß, der den Begriff der "Leonardo-Welt" geprägt hat. Dieser Begriff charakterisiert unsere Gegenwart als Verbindung von theoretischem Wissen und technischem Können. So sieht sich die Leonardo-Welt mit besonderen Herausforderungen konfrontiert, denen nur im Verbund der unterschiedlichen Herangehens-weisen und Disziplinen der Natur- und Ingenieur-, Geistes- und Sozialwissenschaften begegnet werden kann.

In ihrem Zukunftskonzept "RWTH 2020 – Meeting Global Challenges" hat sich die RWTH genau diese Aufgabe gestellt – das Projekt Leonardo versteht sich dabei als ein Baustein. Es bildet auch einen Bestandteil des im Wettbewerb "exzellente Lehre" geförderten Zukunftskonzepts der RWTH Aachen, "Studierende im Zentrum der Exzellenz".

 

Die "Leonardo"-Lecture
Ein weiteres Element im Projekt "Leonardo" ist ein jährlich stattfindender öffentlicher Vortrag – eine "Leonardo"-Lecture, in der eine herausragende Persönlichkeit eine gesellschaftliche Herausforderung in ihren weiteren Zusammenhängen thematisiert. Seit 2014 steht die Leonardo-Lecture unter der Schirmherrschaft des Rektors der RWTH Aachen.

 

Bisherige Gäste:

 

2017 - Prof. Dr. Timothy Garton Ash (Träger des Karlspreises 2017)

2016 - Prof. Dr. Dr. Udo Di Fabio, Bundesverfassungsrichter a. D.

2015 - Prof. Dr. Norbert Lammert, Präsident des deutschen Bundestages

2014 - Prof. Timothy Garton Ash (wegen Krankheit entfallen)

2013 - Prof. Dr. Volkwin Marg (Architekturbüro Gerkan, Marg und Partner)

2012 - Wolfgang Günter Lerch (Frankfurter Allgemeine Zeitung)

2011 - Prof. Dr. Fritz Vahrenholt, Senator a.D.

 

 

 

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