Technik, Gesellschaft und Individualisierung. Zu Risiken und Nebenwirkungen technischer Innovationen

(Prof. Dr. med. Dr. med. dent. Dr. phil. Dominik Groß / Prof. Dr. rer. pol. Thomas Kron)

Ort und Zeit: Montags 18.00 - 19.30 Uhr Hörsaal V (Hauptgebäude)

 

Beschreibung:

Als Studierende der RWTH lernen Sie in einem Umfeld, in dem technische Innovationen nicht nur allgegenwärtig sind, sondern zum täglichen Brot ihres akademischen Werdegangs gehören – ob als StudentIn eines ingenieurwissenschaftlichen Faches, als Nutzer sich stetig ausweitender E-Learning-Angebote oder als Privatperson, die selbstverständlich mit Facebook, Twitter und  Co. jongliert.
Wir alle begegnen täglich Phänomenen an der Schnittstelle von Technik und Gesellschaft. Das Projekt nimmt diese schlichte Beobachtung zum Anlass, auf Aspekte dieser selbstverständlichen Rahmung unseres gesellschaftlichen Miteinanders zu verweisen, die weniger intuitiv zu erschließen sind. Wir werfen deshalb zunächst einen Blick auf die sozialwissenschaftlichen Grundlagen, die jeder professionellen Gesellschaftsanalyse eingeschrieben sind.
In einem ersten größeren Block geht es dann um das Thema Medizin und vernetzte Gesellschaften, dem wir uns aus verschiedenen Richtungen nähern wollen – um so von technischen Neuerungen im Gesundheitswesen von Entwicklungsländern ebenso zu erfahren wie vom Einsatz von Robotern im Klinikalltag und weiteren historischen Durchbrüchen in der Medizin, die ohne technische Innovationen nicht denkbar wären.
Im Anschluss widmen wir uns Fragen, die auf die Entwicklung sozialer Beziehungen in einer technisch immer raffinierter vernetzten Umwelt abzielen. Hier werden sowohl aktuelle empirische Forschungsergebnisse diskutiert als auch Dilemmata aus dem studentischen Alltag an der RWTH gehört.
Ein die Reihe beschließender Blick auf das Thema Technik und Theater verbindet das Angenehme mit dem Nützlichen: So gesellt sich zu einem weiteren Aspekt der komplexen Melange von Technik und Gesellschaft der Bezug zu einem immer noch aktuellen deutschen Schriftsteller, Heiner Müller, und der Weise, in der Müller Technik nutzt, um seiner Kunst dienlich zu sein.

 

Leistungsamforderungen:

Regelmäßige Anwesenheit, je nachdem, wieviel CP benötigt werden, muss ein Protokoll, eine Klausur oder eine Hausarbeit angefertigt werden. Ein Referat ist ebenfalls eine Möglichkeit.


Themenübersicht:
19.10. 2015

Eröffnung und Einführung

 

26.10.2015

Mediatisierung - Kommunikation und Technik in der Gegenwartsgesellschaft

 

02.11.2015

Roboter in der Medizin: wie sich ihre Eigenschaften messen und bewerten lassen

 

16.11.2015

Fortschritt oder Irrweg? Technisierung in der Biomedizin anhand der Beispiele Telemedizin und Kryonik

 

30.11.2015

Auswirkungen der Kommunikations- und Informationsgesellschaft auf die Psyche und Physis des Menschen

 

14.12.2015

Zerstört "unsere" Medizin fremde Gesellschaften? Zur ethnomedizinischen Kritik am Technologietransfer

 

11.01.2016

Gemeinschaft und soziale Netzwerke. Die Untersuchung sozialer Integration

 

25.01.2016 (Achtung: Sitzung dauert ca. 30 Minuten länger)

Technik und Theater bei Heiner Müller

Abschlussdiskussion

 

 

 

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