Israel und Palästina (Teil 2)

Eine Thematik. Zwei Semester. Zwei Narrative. Vielfältige Perspektiven.

Verantwortliche der Lehrveranstaltung

Prof. Dr. rer. nat. Joachim Mayer

Gemeinschaftslabor für Elektronenmikroskopie (RWTH)
Ernst Ruska-Centrum für Mikroskopie und Spektroskopie mit Elektronen (FZ Jülich)

Prof. Dr. rer. nat. Ghaleb Natour

Direktor des Zentralinstitut für Engineering, Elektronik und Analytik – Engineering und Technologie (ZEA-1), (FZ Jülich)
Lehrstuhl und Institut für Schweißtechnik und Fügetechnik (RWTH)

Prof. Dr. theol. Simone Paganini

Lehr- und Forschungsgebiet Biblische Theologie (RWTH)

Ansprechpersonen

Veranstaltungsinfo

Start

11.04.2022

Zeit

Montag, 18:30-20:00 Uhr

Ort

Digital (Zoom)

Achtung: Es handelt sich um den zweiten Teil einer zweisemestrigen Veranstaltung. Wir empfehlen den Besuch beider Teile zu Israel und Palästina. Teilnahme und das Erbringen von Prüfungsleistungen sind aber auch einzeln möglich, es wird kein besonderes Vorwissen vorausgesetzt.  

Kurzbeschreibung

Konzept 

Die Region westlich des Jordans ist seit Jahrtausenden eine Wiege der menschlichen Kultur, heute leben dort Juden, Muslime und Christen, Israelis und Palästinenser mit den verschiedensten historischen, kulturellen und politischen Hintergründen nebeneinander. Überschattet wird diese Vielfalt all zu oft von dem Nahost-Konflikt, dabei ist es lohnenswert, den Blick auf die beiden Seiten und Gesellschaften in all ihren Facetten zu richten und diese nicht allein auf den Konflikt zu reduzieren.

Das Projekt „Leonardo“ bietet für das Wintersemester 21/22 und Sommersemester 22 eine zweiteilige Veranstaltungsreihe, die sich mit Israel und Palästina auseinandersetzt.

Den Rahmen bildet der sogenannte Nahost-Konflikt, der mit der Gründung des Staates Israels und der Vertreibung der palästinensischen Araber (Nakba) 1948 begann und bis in unsere Tage andauert. Stichworte dieses Konfliktes lauten: Flüchtlingsproblem, Sechstagekrieg 1967, Besatzung, Intifada 1987, Osloer Friedensabkommen 1991, Siedlungsbau, Jerusalem. Als Grundlage für eine langfristige Konfliktlösung galt eine faire Zweistaaten Lösung, die bereits im UN-Teilungsplan von 1947 vorgesehen waren, in Anbetracht der vorherrschenden Situation heute aber nicht realisierbar ist. Hauptstreitpunkt sind dabei das palästinensische Westjordanland und der Gazastreifen, welche die einen für israelische Siedlungen vereinnahmen bzw. abriegeln, während es die anderen für einen unabhängigen Palästinenserstaat beanspruchen.

Aus deutscher wie auch historischer Perspektive stellt sich die Frage, wie man gleichzeitig die Existenz Israels als nationaler Staat gewährleistet und andererseits das Geschehen in der Region kritisch begleiten kann und das Recht der Palästinenser auf einen eigenen Staat wahren kann.

Wir wagen einen differenzierten Blick auf die Region im Nahen Osten: Landschaft und Wirtschaft, Gesellschaft und Wissenschaft, Politik, Kultur und Geschichte. Dazu laden wir Sie herzlich ein. Zum Programm gehören nicht nur wissenschaftliche Vorträge aus verschiedensten Disziplinen und Fachkulturen, sondern auch Impulse aus Literatur, Kunst und Journalismus.

Diese für zwei Semester konzipierte und aufeinander bezogene Lehrveranstaltung zu Israel und Palästina wird geleitet von den Professoren Simone Paganini (Bibelwissenschaft), Joachim Mayer (Rektoratsbeauftragter für die Kooperation der RWTH mit dem TECHNION Haifa) und Ghaleb Natour (Analytik und Elektronik Jülich/RWTH Aachen und Verein zur Förderung des Friedens in Israel und Palästina e.V.).

Teil 2: Palästina

Die palästinensische Perspektive: Über viele Jahrhunderte hinweg lebten die arabische Bevölkerung Palästinas als Mehrheitsbevölkerung unter verschiedenen politischen Systemen, so auch zur Zeit der Osmanen, der britischen Kolonialzeit und der jordanischen Herrschaft, im historischen Palästina, das der heutigen Fläche Israels inklusive der Westbank und des Gazastreifen entspricht. Diese historische Kontinuität trotz Wandel geriet in ein Ungleichgewicht, als der Staat Israel auf 80 Prozent der Fläche gegründet wurde und rund 700.000 Palästinenser vertrieben wurden und flüchten mussten. 

Die darauffolgende Besatzung der restlichen palästinensischen Gebiete, der Westbank und des Gazastreifens sowie die Siedlungspolitik und die zwei verschiedenen Systeme unter denen Palästinenser und Israelis in der Westbank leben sind ein Hindernis für eine friedliche Koexistenz. 

Daraus entstehen existentielle Fragen:

  • Wie sieht das palästinensische Leben heute aus?
  • Wie können die UNO Resolutionen und das internationale Völkerrecht verwirklicht werden, wie können die Palästinenser ihr Recht auf Selbstbestimmung und auf das Land wahrnehmen? Welche Rollen sind im diskursiven Dreieck Israel, Palästina und Deutschland denkbar?

Lernziele

Die Studierenden kennen die historischen Hintergründe und die heutige politische Situation in Israel bzw. Palästina sowie die Vielfalt des palästinensischen Lebens jenseits der Vertreibung und Besatzung. Sie können diese komplexe Problemlage anhand ausgewählter Einblicke analysieren, diskutieren und den eigenen fachlichen sowie politischen Standpunkt kritisch reflektieren. 

Termine/Programm

t.b.a.

Organisatorische Sitzung (freiwillig)

u.A. Prüfungsleistungen

t.b.a.

Frühgeschichte Palästinas

Prof. Nur Masalha, Historiker
Centre for Palestine Studies, London Middle East Institute; School of Oriental and African Studies, University of London; Centre for the Philosophy of History, St. Mary’s University

t.b.a.

Die neuere Geschichte – Die Nakba

Prof. Ilan Pappe, Historiker
Director of the European Centre for Palestine Studies
Institut of arab and Islamic studies University of Exeter

t.b.a.

Einordnung in der arabischen und Islam Welt

Prof. Udo Steinbach, Islamwissenschaftler und Nahostexperte
Universität Hamburg; Universität Marburg; Maecenata Stiftung, Berlin

t.b.a.

Literatur und Film

Prof. Refqa Abu-Remaileh, Literatur und Film Expertin
Modern Arabic Literature and Film, PI ERC project PalREAD
Frei Universität Berlin

t.b.a.

Palästinenser in der Westbank, im Gazastreifen und Israel / Palästinenser und die Wissenschaft

Prof. Dr. rer. nat. Ghaleb Natour
Direktor des Zentralinstitut für Engineering, Elektronik und Analytik – Engineering und Technologie (ZEA-1), (FZ Jülich)
Lehrstuhl und Institut für Schweißtechnik und Fügetechnik (RWTH)

t.b.a.

Deutschland Israel Palästina bzw Antisemitismus und Kritik an Israel

Prof. Rolf Verleger, Neuropsychologe, Publizist, ehem. Mitglied des Zentralrats der Juden in Deustchland
Universität Lübeck

t.b.a.

Konzert: palästinensische Kultur Kunst/Musik

Dr. Dalal Abu Amneh, Neurowissenschaftlerin und Sängerin
Nazareth

t.b.a.

Abschlussveranstaltung mit den Referenten, dem RWTH Kanzler, ein Journalist als Moderator

Zwischenüberschrift

xx.xx.2020
Abweichend
Montag 12:00 Uhr

Titel der Veranstaltung

Dozent*in
Lehrstuhl/Institut/Organisation

Vorgehen/Arbeitsweise

Je nach Studienordnung, Lehrveranstaltung und Leistung können Credit Points durch eine Teilnahme erworben werden.

Leistungsnachweis

Teilnahmebescheinigung (0 CP)
Fragenkatalog (2 CP, unbenotet)
Blogeintrag (2 CP, unbenotet)
Hausarbeit (10-15 Seiten, 3 CP)
Hausarbeit (15-20 Seiten, 4 CP)

Nach oben scrollen